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Kunst in Niederbayern

Wolf Hirtreiter: Kirchenfenster St. Martin

Foto: Firmung (Foto: Sophia Buchmüller)

Daten:

Künstler: Hirtreiter, Wolf

Lebensdaten: 1922–2014

Gattung: Plastik/Skulptur

Material: Glas

Adresse: Egger Straße 11, 94469 Deggendorf

Wolf Hirtreiter wurde 1922 in Zwiesel geboren und absolvierte nach der Schulzeit zunächst eine kaufmännische Ausbildung. Darauf folgten Kriegseinsatz und Gefangenschaft. Danach lebte Hirtreiter mit seiner Familie in Frauenau und war unter anderem künstlerisch tätig. Von 1951 bis 1956 studierte er Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Anton Hiller und Prof. Heinrich Kirchner. Der Bildhauer, der in der Mitte der 1950er Jahre der Donau Wald Gruppe beigetreten war, lebte nach 1960 mit seiner Familie in Gröbenzell. Er schuf Skulpturen aus Stein und Holz sowie Bronzeplastiken, Emailarbeiten, Mosaike sowie Holzschnitte. Hirtreiter legte keinen Wert auf eine intellektuelle Reflexion über seine Kunst („Wer für seine Plastiken eine Erklärung benötigt, der wäre besser Schriftsteller geworden“). Im Bereich ‚Kunst am Bau’ war er bestrebt, eine Harmonie zwischen der Architektur und seinen Werken herzustellen („Ich kann mich in jeden Raum einordnen“). Vor allem im Bistum Passau gestaltete Hirtreiter die moderne Ausstattung zahlreicher Kirchen (u. a. Winzer, Bischofsmais, Schalding links der Donau, Wegscheid, Schweiklberg). Außerdem entwarf er – ebenfalls für sakrale Räume – Glasfenster (z. B. Pfarrkirche St. Martin Deggendorf, Stadtpfarrkirche Osterhofen, evangelische Kirche Metten). Hirtreiter verstarb 2014.

Im 19. sowie im frühen 20. Jahrhundert entstanden außerhalb des historischen Stadtkerns von Deggendorf zahlreiche Gebäude. Als die Stadt 1877 an die Waldbahn angeschlossen wurde, befand sich der Bahnhof in der Gemeinde Schaching. Deren Eingemeindung im Jahre 1935 brachte eine Vergrößerung der Fläche der Stadt von ca. 4,5 auf 16 Quadratkilometer mit sich und ermöglichte in der Nachkriegszeit folgende Entwicklung: Man nahm – unter anderem wegen des mit dem Kriegsende einsetzenden Anstiegs der Einwohnerzahl – auf der Basis eines Wirtschaftsplans (1949) die systematische Stadterweiterung in Angriff. So entstanden vor allem nördlich und nordwestlich der Altstadt Wohn- und Gewerbegebiete sowie öffentliche Gebäude.
In diesem Zusammenhang ist die Errichtung der Kirche St. Martin zu sehen. Nachdem Stadtpfarrer Dr. Wilhelm Stich das entsprechende Grundstück schon 1937 erworben hatte, begann man 1951 mit dem Bau des Gotteshauses. 1954 erfolgte dessen Weihe. Das Patrozinium entspricht dem des St.-Martins-Kirchleins, das sich bis um 1880 im Rathaus befunden hat. Mit der Weihe der Kirche St. Martin ging die Gründung der gleichnamigen Pfarrei einher.
1986/87 wurde im Langhaus das schmucklose Glas der 14 Fenster durch von Hirtreiter entworfene farbige Arbeiten ersetzt. Bei den links (Blickrichtung zum Hochaltar) angeordneten Motiven handelt es sich um die sieben Sakramente (Taufe, Firmung, Buße, Eucharistie, Ehe, Priesterweihe und Krankensalbung). Rechts sind die Schöpfung, vier Hochfeste des Kirchenjahres (Weihnachten, Karfreitag, Ostern, Pfingsten), die Dreifaltigkeit und das pilgernde Gottesvolk zu sehen. 

Eucharistie (Foto: Sophia Buchmüller)
Ostern (Foto: Norbert Neuhofer)
Pfingsten (Foto: Sophia Buchmüller)
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