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Kunst in Niederbayern

Joseph Michael Neustifter: Benediktsäule

Foto: Florian Jung

Daten:

Künstler: Neustifter, Joseph Michael

Lebensdaten: * 1949

Gattung: Plastik/Skulptur

Material: Bronze

Abmessung: Höhe: 4,3 Meter

Datierung: 2008

Adresse: Abteistraße 3, 94526 Metten

Im Jahre 1777 ließ der Mettener Abt Lambert Kraus einen bereits bestehenden Barockgarten neu gestalten. Wesentlich für eine solche Anlage ist unter anderem die geometrische Gliederung. Bereits 1793 wurde die Fläche in einen Hopfengarten umgewandelt und von 1850 bis in das frühe 21. Jahrhundert für den Gemüseanbau genutzt. Nach einer erneuten Umgestaltung des Areals konnte 2007 der Prälatengarten eröffnet wurde. Einen Großteil der Fläche gestaltete man als Barockgarten. Dies bringt grundsätzlich einen symmetrischen Aufbau mit sich. Die entsprechende Achse wird von zwei ursprünglichen Elementen – dem als „Chinesischer Pavillon“ bezeichneten Gartenhäuschen sowie dem in Fragmenten vorhandenen und ergänzten Granitbrunnen – markiert. Die Linie findet ihren heutigen Endpunkt in der Benediktsäule des Eggenfeldener Bildhauers Joseph Michael Neustifter. Die 4,30 Meter hohe, als Schriftrolle gestaltete Bronze-Stele wurde von der Bramenkamp-Stiftung (Landau an der Isar) finanziert. Ihre Anfertigung verzögerte sich durch zwei Aufträge, mit denen der Künstler zunächst befasst war: Nach der Wahl von Joseph Kardinal Ratzinger zum Papst im Jahre 2005 galt es, je eine Benediktsäule in Marktl und Velletri (südöstlich von Rom) fertigzustellen.

Die Motive der Mettener Säule lassen sich – bis auf das rückseitige Wappen von Papst Benedikt XVI. – in zwei Themenkomplexe gliedern: Zunächst geht es um den Benediktinerorden beziehungsweise um Tugenden, die in der Benediktregel verankert sind: Auf der Vorderseite thront oben in einer Mandorla Christus mit dem Buch des Lebens auf einem Regenbogen, der den Neuen Bund zwischen Gott und der mittels der Weltkugel dargestellten Menschheit symbolisiert. Unterhalb wird Benedikt vom Heiligen Geist zur Niederschrift seiner Ordensregel inspiriert. In dieser sind bestimmte Grundvollzüge verankert, die ebenfalls dargestellt werden (links Friedensliebe, Gastfreundschaft; rechts Gebet, Arbeit). Bei den in drei Siegeln auf der Rückseite zu sehenden Tugenden handelt es sich (von oben nach unten) um den Gehorsam (Christus am Kreuz), die Sittenstrenge (Johannes der Täufer) sowie die dauerhafte Bindung an ein Kloster (Christus, der am Ölberg ausharrt).

Die anderen Darstellungen beziehen sich einerseits auf die Klostergeschichte des frühen und hohen Mittelalters (Gründung durch Gamelbert im Jahre 766; Utto, der sein Beil an einem Sonnenstrahl aufhängt, als erster Abt; legendäre Rolle von Kaiser Karl dem Großen bei der Entstehung beziehungsweise tatsächliche Förderung des Klosters durch diesen Herrscher um 800; erneute Einsetzung der Benediktiner durch den österreichischen Herzog Heinrich Jasomirgott wohl im Jahre 1157). Andererseits sind Personen beziehungsweise Ereignisse des 19. und 20. Jahrhunderts verewigt (Neugründung im Jahre 1830 durch Johann von Pronath und König Ludwig I. mit Hilfe des Regensburger Bischofs Johann Michael Sailer; Gregor (von) Scherr 1837 erster Abt im 19. Jahrhundert; Ansiedlung der Benediktiner in den USA durch den Mettener Pater und späteren Erzabt Bonifaz Wimmer im Jahre 1846; Abt Augustinus III. Mayer 1966 bis 1971, 1972 Bischof und 1985 Kardinal; Abt Wolfgang Maria Hagl seit 1989). (Florian Jung, Kreisheimatpfleger Deggendorf)

Ansicht von Osten (Foto: Florian Jung)
Pankrator (Foto: Florian Jung)
Benedikt (Foto: Florian Jung)
Johannes der Täufer (Foto: Florian Jung)
Labora (Foto: Florian Jung)
Europa (Foto: Florian Jung)
Gastfreundschaft (Foto: Florian Jung)
Bonifaz Wimmer (Foto: Florian Jung)
Gamelbert (Foto: Florian Jung)
Foto: Florian Jung
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