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Kunst in Niederbayern

Josef Henselmann: Relief am Glockenturm der Pfarrkirche St. Michael

Foto: Florian Jung

Daten:

Künstler: Henselmann, Josef

Lebensdaten: 1898–1987

Gattung: Relief

Material: Beton

Adresse: Salvatorstraße 19a, 94447 Plattling

In Plattling war in den späten 1960er Jahren aufgrund des Bevölkerungszuwachses und der damit verbundenen Wohnbebauung nördlich des historischen Ortes die Gründung einer zweiten Pfarrei notwendig. Daher entstand zwischen 1969 bis 1971 dank einer großzügigen Stiftung des Plattlinger Orgelbaumeisters Michael Weise die Kirche St. Michael. Das Gotteshaus repräsentiert in seiner schmucklosen Geradlinigkeit sowie durch die Verwendung von Sichtbeton die damalige Architekturmoderne sowie die Vorstellungen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 bis 1965). Die Pläne stammten von dem Münchener Architekten Friedrich Ferdinand Haindl, der beispielsweise in den 1950er Jahren die Landshuter Gotteshäuser St. Konrad und St. Wolfgang entworfen hatte.
Für die zeitgemäße künstlerische Gestaltung beziehungsweise Ausstattung von St. Michael war Josef Henselmann verantwortlich. Auch das am Glockenturm angebrachte Betonrelief stammt von ihm. Es zeigt den dynamisch und kraftvoll auf den Drachen herabstürzenden Erzengel, der dessen Kopf durchbohrt. Das Ungetier symbolisiert den Teufel, der sich gegen Gott erhoben hat und von Michael besiegt wird. Dessen Name lautet übersetzt „Wer ist wie Gott?“, was verdeutlicht, dass niemand sich mit diesem gleichsetzten kann.
Josef Henselmann (1898 bis 1987) stammte aus Laiz bei Sigmaringen, wo er zunächst eine Holzbildhauerlehre absolvierte. Von 1921 bis 1928 studierte er Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München, nach 1936 war er Professor an der dortigen Staatsschule für angewandte Kunst, 1946 an der eben genannten Kunstakademie. 1948 bis 1957 sowie 1963 bis 1968 stand er dieser als Präsident vor. Einer seiner Schüler war Leopold Hafner. Zu Henselmanns bekanntesten sakralen Werken zählen die Dom-Hochaltäre von Passau (1953) und Augsburg (1962) sowie das Chorbogen-Kruzifix in der Münchener Frauenkirche (1954). (Florian Jung, Kreisheimatpfleger Deggendorf)

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