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Kunst in Niederbayern

Gerhard Kadletz: Die Kirchenpatronin und der Heilige Johannes Nepomuk an der Stadtpfarfkirche St. Maria Magdalena in Plattling

Foto: Florian Jung

Daten:

Künstler: Kadletz, Gerhard

Lebensdaten: * 1947

Gattung: Plastik/Skulptur

Material: Granit

Datierung: 1990

Adresse: Preysingplatz 3, 94447 Plattling

Johannes Nepomuk wurde um 1350 in Pomuk bei Pilsen geboren und war Generalvikar in Prag. In einem kirchenpolitischen Konflikt zwischen dem böhmischen König Wenzel IV. und dem Prager Erzbischof stellte er sich auf dessen Seite. Daher wurde Johannes Nepomuk 1393 auf Befehl des Königs von der Karlsbrücke in die Moldau gestürzt und ertränkt. Die Legende besagt, dass diese Todesstrafe ausgesprochen wurde, weil Johannes dem König nicht verraten wollte, was dessen der Untreue bezichtigte Frau Johanna ihm als Priester anvertraut hatte. Der 1729 kanonisierte Johannes Nepomuk ist unter anderem in Böhmen und Bayern als Brückenheiliger von Bedeutung. 1864 entstand in Plattling der St.-Johann-Nepomuk-Verein. Den Heiligen hatte man in diesem Ort aufgrund der Nähe zur Isar und der damit verbundenen Hochwassergefahr schon zuvor besonders verehrt. Die heilige Maria Magdalena wird im Neuen Testament als Begleiterin Jesu beschrieben, die bei seiner Kreuzigung sowie seiner Auferstehung anwesend war und diesem am Ostermorgen als erste begegnet ist. Ihr ist die Plattlinger Stadtpfarrkirche geweiht, die in der Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet und 1930/31 erweitert wurde.
1990 wurde nach dem Abschluss einer umfangreichen Instandsetzung des Gotteshauses an der Nordostfassade über den beiden Eingängen jeweils eine Granitskulptur von Gerhard Kadletz angebracht. Die dargestellten Heiligen sind mit ihren wesentlichen Attributen versehen: Maria Magdalena hält ein Kreuz sowie ein Salbgefäß, Johannes Nepomuk eine Märtyrerpalme und ein Kruzifix. Er trägt eine lange Soutane, ein Chorhemd und einen Schulterumhang (die Almutie) sowie auf seinem Haupt ein Birett.
Gerhard Kadletz kam 1947 in Passau zur Welt. Zunächst war er Beamter beim Bundesgrenzschutz, 1972 bis 1976 besuchte er die Fachhochschule für Gestaltung in Augsburg, anschließend studierte er 1976 bis 1984 Bildhauerei und Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. Nach 1977 hatte Kadletz ein Atelier in Schwabing, 1999 verlegte er seinen Wohnsitz nach Kothingeichendorf bei Landau. Die meisten seiner Arbeiten im öffentlichen Raum finden sich in Niederbayern. Kadletz ist jedoch weit darüber hinaus aktiv, wie beispielsweise die Weltfriedensglocke von Assisi aus dem Jahre 2007 belegt. (Florian Jung, Kreisheimatpfleger Deggendorf)

Foto: Florian Jung
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